Samstag, 22. Juni 2013

Es ist Juni, Sommer 2013






Es ist Juni, Sommer 2013. Im Spätsommer 2012 sind wir gekommen. Bald heißt es also schon wieder Abschied nehmen von dem neuen Zuhause.
Kurz nachdem wir Fugong verlassen werden, kommen die neuen BAUMHAUS-Freiwilligen – die sechste Generation. Um unser Projekt so sanft wie möglich in die neuen Hände gleiten zu lassen, wollen wir der nächsten Generation Starthilfe leisten. Zwei aus unserer aktuellen Gruppe bleiben ein paar Monate länger vor Ort, sie werden dann in jeder der vier Städte die Freiwilligen gut einarbeiten. Um Fugong besser kennenzulernen und es später den Neuen ordnungsgemäß vorstellen zu können, kündigte sich daher letztens Helen aus Gongshan an und erlebte für ein paar Tage den Fugong'schen Alltag mit.

BAUMHAUS-Mädchen (Marlena, Helen, Fabi, ich; v.l.)

Das saftige Grün des Nujiang-Tals


Auch bei einer Aktion in einer Bergschule war Helen dabei. Diesmal ging es zur Grundschule in O Do Di, wo wir im Frühjahr bereits die erwachsenen Dorfbewohner mit Kleidung versorgt hatten.


Unterricht in der Dorfschule

Bei unserer Ankunft am späten Vormittag war das Dorf noch in Nebel gehüllt, keine zwei Meter konnte man schauen. Während wir bei unserem Zahnputz-Schauspiel den Kindern das Zähneputzen  ans Herz legten und anschließend die Kleinen selbst ans Werk ließen, klärte sich der Himmel nach und nach auf. Wie so oft, wenn wir mit den Kindern Zähne putzen, floss bei fast allen das mit Speichel vermischte Blut aus den wunden Mündern. Begeistert schrubbten die 50 Schüler, was das Zeug hielt, und strahlten uns nach dem Ausspülen mit breitem Grinsen entgegen.

 
Freude beim Wiedersehen

Konzentration beim Zähneputzen

Mädchen mit den neuen Zahnputz-Bechern


Wir setzen darauf, dass die beiden jungen Lehrerinnen, selbst nicht älter als wir, ein Auge auf das regelmäßige Zähneputzen ihrer Zöglinge haben und auch, dass die Eltern sich der Wichtigkeit dieses lästig scheinenden Routinedelikts bewusst sind. Wie es so schön heißt, nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Nach diesem Motto rannte, sobald die Zahnputz-Becher im Klassenraum verstaut waren, der Haufen an Schülern vergnügt über den Schulhof in dem Versuch, die ausländischen Lehrer zu fangen. Unterdessen schickten die beiden Lehrerinnen stets einen Jungen und ein Mädchen ins Klassenzimmer, wo sich die beiden einen Stapel neuer Kleidung abholten, sich lieb bedankten, um anschließend wieder zum Spielen zu rennen.

 
Kleider verteilen

Anstehen in der Seifen-Schlange


Kuschelrunde

Als schließlich die Kleidung leer und alle versorgt waren, den Ausländern allmählich die Puste ausging und wir uns wieder auf den Weg ins Tal machen wollten, lud uns der Dorfpfarrer in sein Haus zum Mittagessen ein. Also saßen wir noch eine Weile versammelt um den Tisch in dem erstaunlich modern und wohlhabend wirkenden Haus des Pfarrers und ließen uns die von der lustigen Köchin zubereiteten Gerichte schmecken. Als Dank für seine Gastfreundschaft schenkten wir dem Pfarrer eine Tafel deutsche Schokolade sowie Fotos von unserem letzten Besuch in seinem Dorf, über die er sich besonders freute. Beim Abschied wurde dann ein weiteres Foto zur Sammlung geknipst, während die Sonne aus einem mittlerweile strahlend blauen Himmel auf uns herab schien.

 
Die Freiwilligen-Gruppe mit den Freunden aus dem Dorf (Micha, Max, Fabi, Pfarrer, Marie, Jonas, ich, Köchin, Pfarrersfrau, Marlena, v.l.)

Der Dorfpfarrer mit seiner Frau



Der Besuch im Bergdorf war wieder mal sehr, sehr schön, die Kinder überaus süß und die Dorfbewohner wie gewohnt unendlich herzlich. Ich freue mich sehr auf die noch kommenden Kleiderverteilungen und Hygieneschulungen!


Bye Bye!

Die Tage ist es richtig, richtig heiß hier. Die Schüler veranstalten zwischen den Unterrichtsstunden Wasserschlachten und basteln sich Papierfächer, mit denen sie sich während den Stunden gegenseitig kleine Abkühlungen zuwedeln. In der Stadt gönnen sich die Leute ein Eis am Stiel, auf den Liegestühlen vor den kleinen Läden dösen die Verkäufer in der Mittagssonne. Das ist der Sommer in Fugong, und wir mittendrin.


Eine Lisu-Frau bei der Feldarbeit

Viele Grüße aus China!

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