Montag, 1. April 2013

Frohe Ostern






So viel los in letzter Zeit, dass ich kaum zum Schreiben kam.
Vorneweg: Mir geht es gut, mir gefällt es noch immer. Sogar immer besser. Mit jedem neuen Tag  lerne ich Sprache und Menschen besser kennen, die fremde Kultur erschließt sich mir immer mehr. Ich versuche, so viel wie möglich zu erleben und mitzunehmen. Denn: Die Zeit rast vorbei wie nix.



Regenzeit


Vor zwei Wochen begann das Zwischenseminar, um das zu besuchen wir nach Liuku reisen mussten. Um Kosten zu sparen, quartierten wir uns in das Schülerschlafgebäude einer der städtischen Schulen ein, das uns Freiwilligen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.


Die Schüler-Schlafsäle

Bei dem Treffen kamen alle Baumhaus-Freiwilligen aus dem ganzen Nujiang-Tal zusammen, um fünf Tage lang zu debattieren und zu diskutieren. Die einzelnen Städte-Gruppen präsentierten, was bisher alles erreicht wurde und was man sich für das kommende Halbjahr vorgenommen hatte. 


Seminar I

Seminar II (Fabia, Marie)

Mittagessen in der Schulkantine

Wir tauschten uns untereinander über Ideen für die Projektarbeit und den Unterricht aus, sprachen über Probleme und entwickelten neue Methoden. Es gab ein Kommunikationstraining sowie eine Tanz-Session tibetischer Art. In der freien Zeit gingen wir als Gruppe wandern, ins Restaurant oder in die Bar.


Seminar III (Micha, Max)

Seminar III (Micha, Max)

Ein Nachmittag wurde geopfert, um im „Kleiderraum“ die riesigen Berge an gespendeter Erwachsenenkleidung durch Sortieren und Verpacken zu bewältigen.


Der Schulhof wird von kleidersortierenden Baumhaus-Freiwilligen belagert

Nadja sortiert Schuhe

Yizhu holt Nachschub an Kartons

Dieser Sack ist fertig (Tom)

Das Treffen wurde am Abend vor der Abreise schließlich von einem Lagerfeuer am Strand gekrönt. Tags drauf hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von der Gruppe und mit neuem Elan und Ideen gespickt nach Fugong und in die anderen Städte „heimzufahren“.


Lagerfeuer am Fluss

Auf dem Dach des Linienbuses nehmen wir Kleidung mit nach Fugong

Dort kamen einen Tag später dann auch Marlenas Eltern an, die ihre Tochter in ihrem neuen Zuhause besuchten. Mittlerweile sind die beiden auch schon wieder weg. Gemeinsam mit Marlena reisen sie für ein paar Tage durch Yunnan.


Hofherrs beim Frühstück in unserem „Frühlingsbunker“

Am Sonntag verteilten wir abermals Kleider in den Bergen. Bereits zwei Wochen zuvor hatten wir geplant, in diesem Dorf zu verteilen, was dann leider ausgefallen war, als wir festgestellt hatten, dass wir uns im falschen Dorf befanden.
Dieses Mal hat nach wiederholter Erkundung und unzähligen Telefonaten mit dem Pfarrer dann alles geklappt und wir erreichten in der warmen Vormittagssonne wie geplant das kleine Dörfchen O Do Di.

 
Die Morgensonne taucht die Berge beim Aufstieg in glänzendes Licht.

Mit dem Truck durch die Berge. 

Schnee auf den Gipfeln


Die Menschen im Bergdorf empfingen uns sehr, sehr herzlich. Vor der Verteilung sollten wir unbedingt mit dem Pfarrer und den Kirchenvorständen zu Mittag essen. Auch zum Gottesdienst waren wir herzlich eingeladen, vorausgesetzt wir würden auf der Bühne ein, zwei Lieder singen. Natürlich hatten wir vorher ausgiebig geprobt und begeisterten unsere Zuschauer in der Kirche mit Versionen von Lemon Tree und Go Down Moses. Auch die Kirchengemeinde hatte sich auf den fernen Besuch vorbereitet. Die Frauen tanzten in ihren traditionellen Trachten und sangen im Anschluss mit den Männern im Chor Lob-Preis-Lieder auf der Bühne.

 
Im Gottesdienst sitzen Männer und Frauen getrennt

Die Lisu singen Lob-Preis-Lieder auf der Bühne

Kinder im Gottesdienst


Die anschließende Verteilung auf dem kleinen Platz vor der Kirche verlief strukturiert und ruhig. Wir hatten vorher genaustens die Aufgaben verteilt und verschiedene Verteilstationen für verschiedene Kategorien von Kleidung eingerichtet. Die freundlichen Dorfbewohner, die Sonne und die traumhafte Aussicht ins Tal schafften eine ganz besondere Atmosphäre. Dieses Mal erhielten wir  Freiwilligen außerdem tatkräftige Unterstützung von Marlenas Eltern und Yizhu, unserem Projektleiter aus Deutschland, der ebenfalls gerade mit seiner Freundin zu Besuch war.


Die Dorfbewohner warten auf die Kleidung

Nach der Verteilung wurde dann abermals darauf bestanden, uns zu einem weiteren Essen dazubehalten. Wir konnten dem Pfarrer gar nicht genug für seine organisatorische Unterstützung danken und schenkten ihm im Gegenzug etwas deutsche Schokolade.

 
Auch die Kids bekommen was

Geduldig warten sie in Reih und Glied

Die Kleine strahlt unter ihrer neuen Mütze


Beim Abstieg waren wir sehr, sehr zufrieden mit dem Tag, damit, dass wir mehr als 700 Kleidungsstücke verteilen konnten und auch ein bisschen stolz auf uns, die wir als Team erneut wunderbar zusammengespielt hatten und nun glücklich auf das gemeinsam Erreichte zurückblicken können.

 
Qieeezi (= Aubergine)

Jedes Kind kann das 'Peace'-Zeichen


Ich wünsche euch allen frohe, gesegnete Ostern!

Eure Elena


Frohe Ostern!

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