Dienstag, 5. März 2013

Xin Nian Kuai Le!




Xin Nian Kuai Le!
Frohes chinesisches Neujahr euch allen!

Ja, wir sind diese Woche von unserer großen Südchina-Rundreise zurückgekommen und gerade dabei, uns hier in Fugong wieder einzuleben und den Leuten Hallo zu sagen. Der Unterricht hat schon begonnen, nächste Woche fangen wir wieder mit der English Corner an. Außerdem gründen wir für das zweite Halbjahr den ersten englischen Chor der Schule. Am Dienstag geht’s damit los, Horden von Schüler haben sich bereits angekündigt.
Und auch was die Projekte angeht, sind wir nach einem ausgedehnten Fugong-Gruppen-Treffen vergangene Tage voller Elan und guter Ideen.
Das China-Abenteuer Teil II kann beginnen! :)



---BILD: keine Bildunterschrift III---

Im Folgenden findet ihr noch ein paar schöne Bilder und Anekdoten von unserer Reise, auf der wir so viele Orte besucht haben, so viele Menschen kennen gelernt haben und um die ein oder andere Erkenntnis reicher geworden sind.
Mit dem Nachtbus durch China


1. Stopp: Tropischer Regenwald – Xishuangbanna/Provinz Yunnan

Der tropische Regenwald – die erste Station unserer Reise, in die ich mich sofort verliebte. Das heiß-feuchte Klima war eine schöne Abwechslung zu unserer frischen Bergluft in Fugong und die Kokospalmen erinnerten an Urlaub, Sonne, Strand.
An der Uferpromenade des Mekong-Flusses wurde allabendlich ein bunter Nachtmarkt aufgebaut. Dort konnte man unheimlich leckere lokale Spezialitäten wie Reis in Ananas oder Bohnenpaste, eingewickelt in Bananenblättern, probieren.

Entspannen im Park

Der Langcan (Mekong) fließt durch die Hauptstadt Xishuangbannas, vorbei an Palmen und Kiesstränden.

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Wir haben von der Stadt aus viele Ausflüge unternommen. Einmal sind wir in einen wunderschön angelegten Botanischen Garten gefahren, einmal haben wir in heißen Quellen gebadet.

Tropische Erfrischung zwischendurch

Tankstopp

An einem Tag fuhren wir in ein recht weit abgelegenes Bergdorf inmitten von Teeplantagen. Man sagte, dort sollte es den schönsten Markt der Gegend geben, auf dem Menschen vieler verschiedener Minderheiten in ihren bunten Trachten Obst, Fleisch und Gemüse verkauften. In diesem Dorf übernachteten wir, um am nächsten Morgen ganz früh das Marktgeschehen zu erleben. Nach dem Markt genossen wir bei einem Spaziergang quer durch die Teefelder die Sonne, die Stille und das Zwitschern der Vögel, das wir lange nicht mehr gehört hatten.

Teeberge

Wir trafen Menschen verschiedener ethnischer Minderheiten. Auf diesem Foto seht ihr eine -Frau (Schlitz im Ohrläppchen).

Auf dem Markt


Bei einem Ausflug freundeten wir uns mit einem Lokalen an, der uns anschließend mit in seinen Tee-Laden nahm, wo wir dann auch in den geschmacklichen Genuss des weltberühmten Pu-Er-Tees kommen sollten, der hier angebaut wird. Ab und zu setzten wir uns in eines der Ausländercafés der Stadt und tauschten mit anderen Reisenden von der ganzen Welt unsere jeweiligen Geschichten aus.

Yunnan – südlich der Wolken
 

2. Stopp: Mystische, nebelverhangene Karstlandschaften – Yangshuo bei Guilin/Provinz Guangxi

Mit dem Flieger und anschließend mit dem Schlafzug erreichten wir nach einem Tag und einer Nacht Reise das zu dieser Jahreszeit kalte, nebelige StädchenYangshuo.
Viele kennen die Region durch ihre wunderschönen Landschaften aus Karstbergen, durch die der Li-Fluss fließt. Mit Tom und Micha, unseren beiden Fugong-BAUMHAUS-Kollegen  und zwei chinesischen Freunden, die wir hier getroffen hatten, mieteten wir ein Floß und ließen uns am eiskalten Tag des chinesischen Neujahrs auf dem Li-Fluss treiben, mitten in der atemberaubenden Natur. In das chinesische Neujahr hinein schauten wir nachts zuvor auf dem Dach unseres Hostels den Feuerwerken über der Stadt zu und lauschten dem von den Bergen lange widerhallenden Klang dessen.

Kalte Floßfahrt auf dem Li-Fluss inmitten atemberaubender Natur

Unsere bunte Truppe am ersten Neujahrstag


Um noch einmal die schöne Landschaft zu genießen, leihten wir uns am dritten Tag ein Fahrrad und fuhren in leichtem Nieselregen durch Wiesen und Dörfer, gesäumt von den nebelverhangenen Karstbergen.

Auf der Fahrradtour I

Auf der Fahrradtour II

3. Stopp: Kulinarisches Zentrum Chinas – Guangzhou (Kanton)/Provinz Guangdong

Nach landschaftlich wunderschönen Gegenden war es nun Zeit für eine typische chinesische Großstadt. Also entschieden wir spontan nach Guangzhou, das früher Kanton hieß, zu fahren. Dort angekommen mussten wir uns erst mal an den dichten Verkehr, die Ampeln und die riesigen Hochhäuser gewöhnen. Das Besondere an der Stadt ist, dass man, wenn man durch die kleinen, versteckten Gassen spaziert, noch das China sieht, wie es vor vielleicht hundert Jahren ausgesehen haben mochte.


In den Gassen Guangzhous sieht man noch das „alte“ China.

Gemüsestand

Optimismus für das neue Jahr

Ein weiteres Highlight der Stadt erlebten wir spät abends, als wir mit der Metro zum berühmten Fernsehturm Guangzhous fuhren. Rings herum alles voller Lichter der beeindruckenden, modernen Gebäude, erstrahlt dieser in allen Farben des Regenbogens, die, wenn die allabendliche Lichtershow beginnt, vor der versammelten Menschenmenge einen atemstockenden Tanz aufführen. Die Atmosphäre war unbeschreiblich.

Lichtershow des Fernsehturms


Gewohnt hatten wir in Guangzhou in einem besonderen Hostel. Eine Frau vermietet ca. 20 Betten in Zimmern ihrer eigenen Wohnung im fünfzehnten Stock eines Hochhauses an junge Backpacker wie wir. Für drei Tage haben wir also wie in einer Art Familie gelebt, deren Mitglieder Leute von aller Welt waren und kamen und gingen.

Unser Hostel in Guangzhou – die Wohnung einer Frau im 15. Stock

Großstadtfeeling – Guangzhou bei Nacht

Was man der Stadt außerdem lassen muss, ist die unvergleichliche kantonesische Küche, in deren Genuss wir unter anderem durch geröstete Taube, Pekingente und frittierten Hühnerfüßen kamen. Mmmh. (Die folgenden Spezialitäten haben wir nicht gekostet.)

Kantonesische Spezialitäten I – Echsen

Kantonesische Spezialitäten II – Krokodil

4. Stopp: Moderne Metropole am Meer – Xiamen / Privinz Fujian

Wir erreichten Xiamen am frühen Morgen und ich mochte es sofort. Das Klima war mild, wir spürten, dass der Ozean nah war und machten uns gleich auf zur Erkundung.

Auch mit Plan planlos

Blick über Xiamen und das Meer, das sich dahinter erstreckt

Von einem hohen Felsen eines wunderschönen Tempelgarten hatten wir in der Abenddämmerung eine grandiose Aussicht über die Stadt und das Meer, das sich hinter ihr erstreckte. Ein Tagesausflug führte uns auf die im britischen Kolonialstil bebaute kleine Insel Gulangyu, die sehr touristisch war, was widerum auch seinen Grund hatte. Sandstrände, verwinkelte Gässchen und die verspielte Architektur des Inselchen faszinierten uns. Von ganz China gibt es auf Gulangyu die meisten Klaviere pro Kopf. Viele berühmte chinesische Pianisten fingen auf der Insel bei Xiamen klein an. Aus diesem Grund gibt es hier auch ein Klaviermuseum, das wir uns natürlich anschauten.

Gulangyu – Abenddämmerung über dem Pazifik

Eis, Strand und Meer


Ein weiterer, dieses Mal zweitägiger Ausflug brachte uns zu den berüchtigten Rundhäusern der Hakka-Minderheit, die es nur in dieser Provinz Chinas gäbe. Die robusten Bauten wurden vor hunderten von Jahren errichtet, um Feinden von außen zu trotzen. Oft lebten in einem Haus mehr als 30 Familien. Sozusagen ein Haus, das ein ganzes Dorf ist.

Die Rundhäuser der Hakka-Minorität I

Die Rundhäuser der Hakka-Minorität II


Am Tag der Abreise verabschiedeten wir uns von Xiamen mit einem ausgedehnten Strandspaziergang – traumhaft.

Strandpromenade der modernen Metropole Xiamen

5. Stopp: Schneefall im Touristenstädchen – Hangzhou / Provinz …

Im Schlafbus von Xiamen nach Hangzhou hatte ich ein Bett am Fenster. Als ich morgens aufwachte und aus dem Fenster schaute, fuhren wir gerade zur Stadt herein und – es schneite. Abends zuvor hatten wir im T-Shirt das warme Xiamen verlassen, und nun so was. Der erste Schnee für diesen Winter! Das Erste, was wir in Hangzhou machten, war wasserdichte, gefütterte Schuhe kaufen. Auch die nächsten Tage war es noch kalt, es schneite jedoch nicht mehr. Das größte Seidenmuseum Chinas und die Besichtigung von Pagoden und Tempel standen auf dem Programm. Die meiste Zeit  spazierten wir jedoch lange um den berühmten West Lake, der an diesen kalten Tagen still und beruhigend da lag.

Aufwärmen - Schnee im Touristenstädchen Hangzhou



6. Stopp: Elegante Metropole – Shanghai / Provinz …

Shanghai – Wirtschaftswachstum, neueste Technologien, größte Stadt Chinas, riesige Menschenmengen, bunte Leuchttafeln.



Aus den Fenstern des 94. Stockwerks des 'Flaschenöffners' (Weltfinanzzentrum Shanghai), dem höchsten Gebäude Chinas, schaute ich herab auf die Dächer der anderen Wolkenkratzer. Selbst aus dieser Höhe ist die Stadt beeindruckend riesig. Allerdings hatte ich hier nicht das Gefühl, dass einem die Großstadt die Luft zum Atmen nimmt, wie ich es schon in vorherigen Städten hatte. Die Architektur Shanghais besticht durch, ja, moderne Eleganz.

Blick aus dem 'Flaschenöffner', dem höchsten Gebäude Chinas
Moderne Eleganz - die höchsten Gebäude Shanghais

Auf dem allsonntäglichen Hochzeitsmarkt der Stadt stellen Mütter und Väter ihre Kinder auf Steckbriefen vor, auf der Suche nach einem potenziellen Ehepartner. Wichtige Informationen auf dem Steckbrief sind unter anderem das Alter und das Einkommen der Person.

Hochzeitsmarkt - Mütter und Väter verkuppeln ihre Kinder

Hochzeitsmarkt - Steckbrief einer zu vergebenen Tochter

Wir trafen hier sehr viele Ausländer, sehr viele Westler. An manchen Plätzen gab es mehr Westler als Chinesen. Im Supermarkt kann man nahezu alle Produkte kaufen, die man auch aus Deutschland kennt, viele sprechen hier auch Englisch. Shanghai war eines meiner Highlights auf der Reise, mal etwas komplett anderes.

Skyline Pudongs, des neuen, reichen Teils Shanghais.

Skyline des ebenfalls schönen, 'alten' Shanghais


Von hier aus ging's mit dem Flieger wieder direkt zurück nach Yunnan, wo uns der krasse Gegensatz zu den vergangenen Tagen erwarteten sollte. Es war aber nicht schwer, hier wieder richtig anzukommen. Wir haben uns sofort wohl gefühlt, irgendwie ist das hier jetzt „das Normale“.


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