Freitag, 30. November 2012

Thanksgiving in China



Blog-Eintrag vom 30. November 2012
 
Thanksgiving in China. Wir waren eingeladen, am letzten Samstag zusammen mit dem ganzen Ausländerteam der Stadt (insgesamt 14 Leute) Thanksgiving zu feiern. Das gesamte Team ist christlich und arbeitet, meist in eigenen Projekten, an der Entwicklung Fugongs. Dagmar, die Deutsche, bildet zum Beispiel so genannte Fürsorgerinnen aus, Lisu-Frauen aus den Bergdörfern, die sich zu den Schulungen im Tal Treffen und danach das Gelernte über Kinderkriegen, Erziehung und Krankheiten in ihren Dörfern verbreiten. Eine kanadische Familie hat sich u. a. darauf spezialisiert, den einheimischen Farmern eine alternative, ertragreichere Technik des Reisanbaus beizubringen. Wieder andere arbeiten im Krankenhaus oder Kindergarten der Stadt.
Dieses Team trifft sich jeden Samstag in der Wohnung von Ed, einem Kanadier mit deutschem Hintergrund, um gemeinsam zu kochen und zu essen. Danach wird erzählt, christliche Lieder gesungen, gebetet, Spiele gespielt und Filme geschaut. So auch am letzten Samstag. Es tat irgendwie gut, wieder unter Leuten zu sein, die aus einer ähnlichen Kultur kommen und die Ähnliches erlebt haben oder erleben wie man selbst. Als wir am späten Abend die Wohnung verließen, um zurück zur Schule zu laufen, tauchten wir wieder ab in eine andere Welt.
Dagmar, Marie und Marlena auf der Thanksgiving-Party


Hühnerkopf und Pumpkin-Pie-


Wochenend-Trip nach Liuku. Ich bin nun seit knapp drei Monaten in China, Zeit, um ein neues Visum zu beantragen, bevor das alte abläuft. Aus diesem Grund trafen sich alle Freiwillige am letzten Wochenende in der – in unseren Augen mittlerweile – Großstadt Liuku, dort, wo die meisten von uns Baumhaus-Freiwilligen leben, um gemeinsam unsere Visa verlängern zu lassen. Diesen Anlass nahmen wir, um ein paar Tage in Liuku zu verbringen, uns die Stadt anzuschauen und einen Einblick in das Leben und Unterrichten unserer Kollegen zu bekommen. Die Visums-Verlängerung selbst verlief ohne Probleme; zur unserer Überraschung waren wir mit der Hälfte der Gruppe nach nur vier Stunden fertig.

Liuku bei Nacht

Hochzeit (-sessen). Unsere chinesische Freundin, die Chemielehrerin von nebenan, hatte geheiratet. Zwei von drei Festen wurden schon gefeiert, das dritte sollte ein großes Essen mit allen Lehrerinnen und Lehrern der Schule inklusive Schulleiter sein, zu dem auch wir eingeladen waren. Das Ganze fand in der Innenstadt in einer halb überdachten Halle eines Restaurants statt. Für diesen feierlichen Anlass hatten wir uns in Liuku extra neu eingekleidet, was im Nachhinein zwar ganz schön, jedoch nicht unbedingt notwendig gewesen wäre: Die meisten Gäste trugen Alltagskleidung. Allein die Braut trug ein rotes, traditionelles Kleid und hatte das Gesicht weiß gepudert. Der Bräutigam trug einen schlichten schwarzen Anzug. Die beiden standen die ganze Zeit über am Eingang und begrüßten jeden Gast. Jeder, der kam, gratulierte dem Brautpaar und gab dann sein Geschenk (Umschlag mit Geld) an einem kleinen Tisch ab, wo der Betrag des Geschenks mit dem Namen des Schenkers in eine Liste eingetragen wurde. Bevor sich die Gäste auf die Achter-Tische verteilten und es zum großen Essen überging, wurde der ein oder andere Schnaps auf das Brautpaar getrunken. Als die verschiedenen Speisen an den einzelnen Tischen serviert wurden, fiel mir auf, dass es außergewöhnlich viel Fleisch gab, und ich ließ mir erklären, dass das bei Hochzeiten hier so üblich sei – wohl ein Zeichen von Reichtum. Sobald alle Gäste an einem der runden Achter-Tische fertig mit Essen waren, stand der ganze Tisch auf und verließ ohne große Verabschiedung den Festort. Nach einer knappen Stunde war die Feier vorbei.
Später am Abend gab es dann noch eine interne Party in der Wohnung der Chemielehrerin, wo die jüngere Fraktion der Lehrerbelegschaft mit Trinkspielen und Brautpaar-Streichen zugegen war.

Das Brautpaar: Unsere Freundin Yu Mei Hua mit ihrem Ehemann

Individualisten. Seit Neuestem treffen wir uns jeden Mittag in der Pause mit einer unserer Schülerinnen auf dem Schulhof. Sie hatte uns um Hilfe was ihre englische Aussprache betrifft gebeten, da sie vor hat, nächsten Sommer bei einem Englisch-Wettbewerb in Liuku teilzunehmen.. Manchmal lesen wir zusammen in der Bibel, sie hat eine chinesisch-englische Version, manchmal diskutieren wir über Jungs-Probleme, die nächsten Male werden wir ein Lied und eine selbstgeschriebene Rede mit ihr üben, was sie beides am 15.12.12 bei einer großen Schulveranstaltung aufführen wird. Darauf freue ich mich schon jetzt unheimlich.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Um uns ein bisschen auf den Advent und das kommende Weihnachtsfest einzustimmen, haben wir diese Woche unsere Wohnung winterlich dekriert, sogar eine gemütliche Kuschelecke mit vielen Decken und Tüchern eingerichtet. Morgen wird dann auch das erste Türchen geöffnet.

Für die diesjährige Weihnachtszeit haben sich die Freiwilligen vom vergangenen Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie haben einen Kalender kreiert; jeder Monat zeigt ein selbst geschossenes Foto, das einen Ausschnitt der faszinierenden Natur oder strahlende Gesichter der  einzigartigen Menschen hier in Yunnan zeigt.
Wer an dem Kalender interessiert ist, möge sich unter elenathrom@gmx.de an mich wenden. Er kostet 10 Euro, wovon der Erlös zu 100 % an das Projekt geht.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Öffnen des ersten Türchens und besinnliche erste Adventstage!
Eure Elena

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