Dienstag, 30. Oktober 2012

Kleideraktion


Blogeintrag vom 30.10.12

Kleider sortieren. Die Freiwilligen der letzten Generation hatten mit den Containern noch einiges an Kleidung gesammelt, bevor sie zurück nach Deutschland geflogen sind. Einen Teil dieser Kleider hatten wir nach der Projektübergabe in Liuku vergangenen Monat mit nach Fugong genommen, um hier zu verteilen. Seitdem sind die in Kisten verpackten Klamotten in Max' und Jonas' Wohnung untergestellt. Letztens haben wir uns dort getroffen, um nach Größen sortiert immer ein Oberteil und eine Hose zusammenzupacken. Die erste Kleiderverteil-Aktion unseres Jahrgangs hat bereits in Liuku stattgefunden (http://nccinliuku.jimdo.com/).
Die erste Kleiderverteilaktion in unserem Fugong County soll an Maries und Fabias Grundschule (La Jia Mu Di) stattfinden, da dort viele Kinder aus sehr armen Verhältnissen kommen.
Kleider sortieren

Tier-Sitting. In der letzten Zeit sind wir ständig zwischen unserer Wohnung an der Schule und der Wohnung von Dagmar, der deutschen Entwicklunghelferin in der Stadt, gependelt. Hin und wieder helfen wir ihr ein bisschen bei ihrer Projektarbeit. Nun war sie für eine Weile in Kunming und hatte uns gebeten, Katze und Vögel zu füttern. Wir schliefen also wieder auf Matratzen und duschten warm, was zwischendurch wirklich ganz schön war.

Projektarbeit at Dagmar`s

„Machen Sie mal …“ Am vergangenen Samstag schien die Sonne, die Straßen waren voll mit Marktständen, auf den Bürgersteigen tummelten sich die Menschen. Unter ihnen Fabia und ich. Wir waren auf dem Weg zu einem neuen Haarschnitt. Schnurstracks marschierten wir also in den nächst besten Friseurladen hinein, nachdem wir uns bewusst gegen den Salon mit den künstlichen Bambs-Pflanzen und silbernen Spiegeln entschieden hatten. Eine Minute später kamen wir auch schon wieder raus – die Friseurin hatte uns ihren Dienst verweigert, nachdem sie festgestellt hatte, dass sie die Beschreibung unserer Wunsch-Frisur nicht verstand. Beim zweiten Anlauf sollte es dann klappen. Durch Zeigen vermittelten wir der Friseurin im nächsten Laden, was wir wollten. Sie zögerte daraufhin nicht lange und schnitt mir nichts, dir nichts drauf los. Nach einer halben Stunde waren wir fertig. Für das Styling bezahlte jede von uns 10 Yuan, umgerechnet sind das ca. 1,30 Euro.
Der Friseursalon
Mit neuem Haarschnitt und Friseurin

Haus am Fluss. Wir trafen Tara in der Stadt, die Entwicklungshelferin aus Texas. Sie war neulich umgezogen, in die Nähe des Nujiang-Ufers. Sie erzählte uns, dass die Kinder, die mit Körben auf dem Rücken am Straßenrand Flaschen sammeln, nun ihre Nachbarn wären. Sie wohnten in einem Haus vor dem ihren.
Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf zur Erkundungstour, ausgestattet mit kleinen Haribo-Tütchen. Taras Wegbeschreibung folgend fanden wir uns irgendwann in verwinkelten Gässchen zwischen mehrstöckigen Häusern mit großen Innenhöfen wieder. In der Mitte des einen Hofes war eine offene Feuerstelle, dahinter zwei ebenerdige Räume. Aber niemand zu sehen. An der Mauer vor dem Tor saß ein Mädchen im Vorschulalter unter einer Schubkarre und schaute uns an. Wir winkten. Ata hieß es.
Leider fanden wir weder Taras Haus, noch das der Streetkids. In der sengenden Sonne drehten wir um und nahmen uns vor, nochmal mit Tara zu reden.
Lunch am Ufer des Nujiangs

„You've got a package!“ Am vergangenen Wochenende ist ein Paket aus der Heimat bei mir eingetroffen. Noch nie hab ich mich so über Vollkorn-Brot, Milka-Schokolade und Gemüsebrühe gefreut – außer vor einer Woche, als Marlenas Paket ankam. Das ist wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.
Giotto, Haribo, Milka...
 No power. Als wir am vergangenen Sonntagmorgen auf dem Weg von Dagmar zurück zur Schule waren, wunderten wir uns über die zahlreichen Generatoren, die vor den Lädchen und Restaurants auf dem Bürgersteig standen. Daheim angekommen, führte, wie so oft, der erste Weg zum Wasserkocher. Dort erfuhr ich prompt den Grund für die Generatoren. Es gab nämlich keinen Strom. Und zwar in der ganzen Stadt nicht. Das war für die Leute aber anscheinend nicht weiter ein Problem. War halt so. Jeder wusste Bescheid, dass der Strom um 19 Uhr wieder aufgedreht werden sollte, die Ursache kannte jedoch niemand. Als sich der Sonntag dem Ende zuneigte und es allmählich dämmerte – es war bereits 19 Uhr – gab es natürlich immer noch keinen Strom. Mit der Stirnlampe ausgestattet liefen wir los zu Dagmars Wohnung. Von der Brücke über dem Fluss aus hat man einen guten Blick auf Fugong. Die Stadt lag in vollkommener Dunkelheit. Die Leute waren mit Taschenlampen unterwegs; auf dem Tresen in den Geschäftchen und auf den Straßengrills waren Kerzen aufgestellt. Die Atmosphäre hatte etwas Seltsames, Unwirkliches. Gleichzeitig war's sehr gemütlich – Fugong im Kerzenlicht.


Lieben Gruß aus der Ferne,
eure Elena

Insektenjagd
Fugong


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